Donnerstag, 26. April 2012 - 23:13 Uhr
Arschkalt

Gibt es ein Leben vor dem Tod? Vielleicht schon, aber es ist Arschkalt. Der Titel des Films ist Programm: Ein emotional eingefrorener Tiefkühlkostlieferant erhält auf seiner Odyssee durch die Provinz die Chance wieder aufzutauen. Dabei offenbaren sich nicht nur die unterschiedlichen Aggregatzustände menschlicher Beziehungen, sondern auch, welche Chancen manchmal im Scheitern liegen. Der zynische Ex-Firmeninhaber Berg (Herbert Knaup) will nur seine Ruhe. Sein neuer Partner dagegen, der naive Moerer (Johannes Allmeyer), redet gern. "Dieser Transporter ist zu klein für zwei!". Aber zwecklos, Berg kann seinen lästigen Beifahrer erst dann wieder loswerden, wenn er ihn zu einem guten Verkäufer gemacht hat, so die Forderung der forschen neuen Chefin Lieke van der Stock (Elke Winkens). Vom arschkalten Misanthropen Berg ist plötzlich Teamgeist gefragt. Gefühlte 876 Tiefkühlpizzen, 4322 Fischstäbchen und 12.887 Garnelen später beginnt er aufzutauen. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an.
Donnerstag, 26. April 2012 - 23:10 Uhr
Chinese zum Mitnehmen

Der eigenbrötlerische Roberto ist Inhaber eines Eisenwarengeschäfts in Buenos Aires und führt ein abgeschiedenes Leben. Seine Freizeit verbringt er mit sich selbst und einer Sammlung von Zeitungsausschnitten zu kuriosen Geschehnissen. Bis eines Tages der Chinese Jun in sein Leben tritt und dieses gehörig auf den Kopf stellt. Jun spricht kein Wort Spanisch, ist noch völlig orientierungslos in der Stadt und wurde schon bei seiner Ankunft ausgeraubt. Missmutig nimmt sich Roberto seiner an und lernt sich dabei selbst neu kennen. Ein modernes Märchen mit südamerikanischem Lokalkolorit über die Tragik der Einsamkeit und den unverhofften Weg aus derselben, der durch den Zusammenprall mit etwas Gegensätzlichem ermöglicht wird. Gerade die Konfrontation mit einer anderen Kultur bewirkt bei dem festgefahrenen Roberto, dass ihm seine eigene Misere bewusst wird und er nun anfängt, an sich selbst zu arbeiten. Eine universelle, tragikomische Geschichte von Regisseur Sebastián Borensztein mit sympathischen Protagonisten, die einem sofort ans Herz gehen. Am 8. Mai kommt die DVD auf den deutschen Markt. Sehenswert!
Donnerstag, 26. April 2012 - 23:06 Uhr
Die Einsamkeit der Primzahlen

Manchmal sind es nur Augenblicke in unserer Kindheit, die unser gesamtes restliches Leben bestimmen. Für Alice (Alba Rohrwacher) war es ein Unfall beim Skifahren – ein kurzer Moment nur, der ihr eine bleibende Verletzung zufügt und ihr ihre Unbeschwertheit und das Vertrauen zu ihrem Vater nimmt. Für Mattia (Luca Marinelli) war es der Moment, als er seine Zwillingsschwester Michela verlor. Nur ein einziges Mal hatte er nicht auf seine Mutter (Isabella Rossellini) gehört und Michelas Hilfsbedürftigkeit missachtet. Die Schuldgefühle, die ihn seither quälen, bewahrt er tief in seinem Inneren. Beide sind durch die Tragödien ihrer Kindheit gezeichnet, und als sie sich einige Jahre später als Jugendliche kennenlernen, ziehen sie sich magisch und unwiderstehlich an. Es ist die eigene Einsamkeit, die jeder im anderen wiedererkennt, und die die beiden auch jetzt nicht loszulassen scheint. Sie teilen ihr Leben und tun es doch nicht, kommen sich nah, aber nicht nah genug. Irgendetwas scheint immer zwischen ihnen zu stehen, wie bei Primzahlzwillingen. Als Mattia ins Ausland geht, werden sie für Jahre getrennt, doch die Ereignisse im Leben des anderen verbinden sie weiterhin, tiefer, als sie sich zuvor je eingestanden haben. Je mehr sie sich voneinander entfernen, desto größer ist ihr Bedürfnis nach Nähe – und desto mehr stellt sich die Frage, ob es ihnen ergeht wie zwei Primzahlen, oder ob sie doch jemals einen Weg zueinander finden können. Der schöne Film erzählt von zwei Menschen, Alice (Alba Rohrwacher) und Mattia (Luca Marinelli), die füreinander bestimmt zu sein scheinen, ihren Weg zueinander jedoch nicht finden können. Eine bewegende Geschichte über die Wunden der Kindheit, die wir unser gesamtes Leben mit uns tragen, über die Macht der Einsamkeit und über die Ohnmacht der Liebe, basierend auf dem gleichnamigen Erfolgs-Roman von Paolo Giordano, mit Isabella Rossellini (Wyatt Earp) und Jungstar Alba Rohrwacher (Tage und Wolken).
Donnerstag, 26. April 2012 - 13:55 Uhr
Der Duft der grünen Papaya

Vietnam im Jahre 1951. Die zehnjährige Mui kommt aus ihrem Dorf nach Saigon, um als Dienerin bei einer bürgerlichen Familie zu arbeiten. In der alten Haushälterin Ti findet sie eine Freundin und Lehrerin. Mui erkennt bald, daß die Familie problembelastet ist: Der Mann flüchtet von Zeit zu Zeit und bringt dabei das Geld der Familie durch. Vor allem seine Söhne leiden darunter. 10 Jahre später entläßt die Herrin Mui in den Dienst eines Freundes ihres ältesten Sohnes, den Mui später heiraten wird.
Der in Frankreich lebende Vietnamese Tran Anh Hung schuf - fast ausnahmslos mit Laiendarstellern - in ruhigen, perfekt durchkomponierten Bildern eine Parabel über das Dienen und entführt den Zuschauer in die fremdartige, faszinierende Welt des Indochina vor dem amerikanischen Vernichtungskrieg. Ein preisgekröntes Werk, das Einfühlungsvermögen und Geduld verlangt, dafür aber mit einem außergewöhnlichen Filmerlebnis belohnt. Jetzt ist der Film aus dem Jahr 1993, der damals eine Oscarnominierung für den besten fremdsprachigen Film erhielt, bei Capelight wieder auf den Markt.
Mittwoch, 18. April 2012 - 13:38 Uhr
Das Haus am Eaton Place

Die englische Serie aus den frühen 70er Jahren hatte auch in Deutschland zahlreiche Anhänger und schilderte das Leben des Oberhaus-Abgeordneten Richard Bellamy (David Langton) in den Jahren zwischen 1903 und 1930. Bellamy wohnt mit seiner Familie in einem großen 5-stöckigen Haus am Londoner Eaton Place Belgravia in London. Die Familie Bellamy besteht neben Richard aus seiner ersten Frau Marjorie und deren zwei Kindern James und Elizabeth. Später kommt Richards zweite Frau Virginia, seine Schwiegertochter Hazel, die bei einer Grippeepidemie stirbt, und Georgina Worsley (Lesley-Anne Down), die Cousine seiner Kinder hinzu. Die bekanntesten Hausangestellten waren Butler Angus Hudson (Gordon Jackson), Köchin Kate Bridges (Angela Baddeley), das Hausmädchen Rose Buck (Jean Marsh), das Küchenmädchen Ruby Finch (Jenny Tomasin), Diener Edward Barnes (Christopher Beeny) und Hausmädchen Daisy Peel (Jacqueline Tong), die später den Diener heiratete.Der überaus fähige Butler wacht darüber, dass es zwischen "den Herrschaften" und den Angestellten keine Konflikte gibt. Und wenn doch, greift er behutsam vermittelnd ein. Im Laufe der Serie wurden viele reale Ereignisse in die Handlung eingebaut. So kam beispielsweise Richard Bellamys Ehefrau Marjorie 1912 beim Untergang der "Titanic" ums Leben, oder Bellamys Sohn James bekam die Folgen des Börsencrashs zu spüren. Hudson übernimmt einerseits eine Vaterrolle für die Angestellten, betont andererseits aber auch sehr deutlich seine eigene Stellung im Haushalt. Das Haus am Eaton Place und seine Bewohner faszinierte das Publikum in insgesamt fünf Staffeln mit 68 Episoden. Die Idee zur Serie stammt von den Jean Marsh, die das Hausmädchen Rose spielt. ersten sechs Folgen wurden aufgrund eines Technikerstreiks lediglich in schwarz-weiß gedreht. Die Darsteller waren einige der besten Schauspieler Großbritanniens und die Serie wurde sowohl bei Kritikern als auch bei Zuschauern weltweit ein großer Erfolg. Zahlreiche Preise, darunter acht Emmys, wurden der Serie zugesprochen. Königin Elisabeth II. gab im Jahre 1975 zu, dass dies ihre Lieblingsserie sei und ihr ganz besonders gut die Köchin „Mrs. Bridges“ gefalle. Seit einigen Jahren arbeitet man beim BBC an neuen Folgen.
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