Mit einem für Deutschland seltenem Budget von 20 Millionen Euro und einem großen Aufgebot an Stars hat Regisseur Uli Edel zusammen mit Bernd Eichinger als Drahtzieher und Drehbuchautor deutsche Geschichte verfilmt. Die Ansprüche sind nicht gering. Der Film will Alles: zeigen wie Terroristen ticken, aufräumen mit dem Mythos RAF und noch dazu ein großes Publikum ansprechen, um sich finanzieren zu können. In dem Streifen geht es nicht gerade zimperlich zu. Moritz Bleibtreu spielt den Andreas Baader als testosterongesteuertes Alpha-Männchen. Wenn er im PLO Camp auftritt, hält er wenig von den dort üblichen Konventionen. Als weibliche Counterparts übernehmen Johanna Wokalek und Nadja Uhl die Rollen von Gudrun Ensslin und Brigitte Mohnhaupt als Todesengel im Minirock. Ein Jahrzehnt bundesdeutscher Geschichte wird hier in einer rasanten Hatz absolviert, oft ein Déjà-vu mit bereits bekannten Bildern aus den Medien. Edel und Eichinger haben sich an den schwierigen Stoff von Stefan Aust herangewagt und dabei ein recht ansehbares Ergebnis zustande gebracht. Vor allem für jüngere Menschen, welche die RAF - wenn überhaupt - nur aus Erzählungen ihrer Eltern kennen, ist der Film sicher erleuchtend. Die Vorlage von Aust wurde dafür radikal verdichtet. Der Film beleuchtet die Zeit primär aus Sicht der Terroristen, stellt aber leider nicht viele Fragen über das Warum. Insofern informiert er historisch Interessierte leidlich grob. Mit der ausgezeichneten Besetzung ist Edel allerdings ein guter Unterhaltungsfilm gelungen.
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Der Baader-Meinhof-Komplex
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