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Gianluigi Nuzzi, Vatikan AG, Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche, Ecowin Verlag, ISBN 3902404892, 22,50 Euro
Wie ein Krimi! Man hat eher den Eindruck man liest ein Buch über die Mafia, doch die unerhörte Geschichte, die hier erzählt wird, stützt sich auf ein umfangreiches Geheimarchiv, das in der Schweiz lagerte und hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Keine Post der Paten, sonder rundviertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls: Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege gewähren einen Blick hinter die Kulissen des vatikanischen Finanzsystems. Die Dokumente stammen aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen Monsignor Renato Dardozzis, der bis Ende der neunziger Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter der Vatikanbank IOR war. Ende der achtziger Jahre erschütterte schon einmal ein Skandal den Vatikan. Der Crash der Ambrosiano-Bank, die rätselhafte Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und der Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR. Doch statt dannach einen Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank zu ziehen haben die neuen und alten Strippenzieher, so beweisen es die Dokumente aus Dardozzis Archiv, seit 1992 begonnen eine nur noch raffinierteres System mit Nummernkonten auszuziehen, über die Hunderte Milliarden Lire verschoben wurden. Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank. Er legte Konten auf den Namen von Bankiers, Unternehmern und Spitzenpolitikern an, unter ihnen Omissis , der Codename Giulio Andreottis. Auf diese Konten wurden Erlöse aus Staatspapieren eingezahlt, um schmutziges Geld zu waschen. Auch in den Mega-Korruptionsskandal Enimont war die Vatikanbank verwickelt. Sogar Gelder gläubiger Katholiken, die für heilige Messen bestimmt waren, wurden mit geschickten Manövern auf persönliche Konten transferiert. Das IOR funktionierte wie eine Bank innerhalb der Bank, eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die von der Mafia genutzt und skrupellos für politische Machenschaften eingesetzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes. Gerade jetzt, in Zeiten wo deutlich wird, dass der Vatikan nicht nur in kriminelle Geldwäsche und Manipulationen verstrickt ist, sondern sich auch Pädophile und Sadisten darin frei tummeln können, dürfte das Buch die Austrittswelle verstärken. Schafft es der Vatikan, sich aus den Verstrickungen zu lösen oder wird hier - bei der exzelleneten Einbindung eher unwahrscheinlich - seine endgültige Zerschlagung eingeläutet?
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Vatikan AG
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Koran Praktischer Sprachlehrgang Schwedisch
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