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Rolf Legler, Apulien, Hirmer Verlag, ISBN 3777450855, 60 Euro
Apulien umschließt den südöstlichen Teil des italienischen Festlandes, bildet Sporn und Absatz des ˜Stiefels˜. Weit zurück reichen die Kontakte zum östlichen Mittelmeerraum. Hier liegen die Anfänge der Kulturlandschaft Apulien. An der Wende zwischen Bronze- und Eisenzeit, gleichzeitig mit der großen griechischen Expansion nach Westen, stellt sich Apulien dreigeteilt dar: Im Norden das geheimnisvolle Volk der Daunier, im Barese die Peuketier, auf der salentinischen Halbinsel die Messapier, die am frühesten und nachhaltigsten gräzisierten Italiker des Absatzes. Rolf Legler kennt die Region schon seit Jahren und hat darüber vor gut zehn Jahren einen lesenswerten Kunstreiseführer bei DuMont geschrieben, der sicherlich zahlreichen Apulienreisenden ein treuer Begleiter war. Lange Zeit war Apulien, wie ein Großteil der adriatischen Provinzen jenseits des Appenins, in Vergessenheit geraten. Goethe umging es, indem er von Neapel das Schiff nach Sizilien nahm, in Vergessenheit geraten. Dabei war Apulien sogar in Italien lange Zeit eine unbeachtete Perle im Süden. Das neue Buch Leglers eignet sich nicht fürs Reisegepäck bietet sich aber mit zauberhaften Bildern und kenntnisreichen Texten gut für eine Vor- oder Nachbereitung einer Apulienreise an. Der promovierte Kunsthistoriker schildert Apulien, wie es ist. Ein bisschen abseits der kulturellen Zentren. Dass die fruchtbare Region in sanften Hügelschwüngen traumhaft schön ist, sieht ein jeder, der sie bereist und entlang der 800 Kilometer Küstenlinie fährt oder der Leser des Buches. Der Bildband führt nicht nur die Pracht dieser Gegend Italiens vor, sondern zeigt auch, wie sie von unterschiedlichen Kulturen geprägt wurde. Bereits Kaiser Friedrich II. erschien einst die Gegend vom Sporn des Gargano-Massivs im Norden bis in den Stiefelabsatz bei Otranto als Garten Eden. Sie birgt nicht nur Zeugnisse vom Anbeginn aller Kultur, sondern mit ihrer Blumenpracht und den Obst- und Olivenhainen auf roter Erde vor malerischen Kulissen auch den Augen ein Fest. Byzantiner und Langobarden, Normannen und Staufer haben die Kunst dieses Landstrichs im Mittelalter geprägt und seiner natürlichen Schönheit mit ihren spektakulären Bauten wie dem Dom von Trani oder dem Castel del Monte gehuldigt. Hier, wo der Stein das ländliche wie das städtische Leben bestimmt, konnte aus der Kontinuität in den Lebensbedingungen der Menschen, den Möglichkeiten eines privilegierten Terrains und den Ambitionen der Herrschenden eine über Jahrtausende gewachsene Einheit von Landschaft und Kunst entstehen, deren Charakter der mit neuen Fotografien ausgestattete Bildband als einem historischen Phänomen bis in die jüngste Geschichte hinein nachspürt.
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Legler, Apulien
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Lach, Schriftspiele Leventon, Kostüme
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