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Donna Leon, Das Mädchen seiner Träume: Commissario Brunettis siebzehnter Fall, Diogenes, 2009, ISBN 978-3257066951, 21,90 Euro
Ein Mädchen treibt tot im Canal Grande und wird von niemandem vermisst. Brunetti aber geht die Elfjährige bis in die Träume nach. Aus einem venezianischen Palazzo kommt sie nicht, wohl aber aus einer Roma-Wagenburg auf dem Festland. Die Tote, Ariana Rocich, wie sich später herausstellt, ist von niemand als vermisst gemeldet worden, weshalb Commissario Brunetti seine ermittlerischen Fähigkeiten ausspielen muss, um dem Rätsel ihres Todes auf die Spur zu kommen. Denn mit wem hatte das Roma-Mädchen sexuellen Kontakt? Und wem gehören die Taschenuhr und der Ehering in ihrer Vagina? Der Fall um das Roma-Kind nimmt im siebzehnten Buch nur eine Nebenrolle ein. Vorrangig geht es um die durch den Tod von Brunettis Mutter ausgelösten Fragen über Sinn und Unsinn der katholischen Kirche. Donna Leon, die mit 23 Jahren New Jersey, wo sie 1942 geboren wurde, verließ, um in Perugia und Siena weiterzustudieren, lebt seit dieser Zeit ständig im Ausland, arbeitete als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London, an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. Seit 1981 lebt und arbeitet sie in Venedig. Schade, dass sich die Autorin, deren Bücher viele ihrer Fans anfangs "verschlungen" haben, jedes Jahr in der Pflicht zu sein scheint, einen neuen Krimi um ihren Commissario zu schreiben. Viele einst treue Fans sind dabei schon abgesprungen und mit dem neuen Buch, in dem sie wieder die (vermeintlich) kriminellen Machenschaften der Kirche, Vorurteile der Gesellschaft und die Krankheiten des italienischen Staats anprangert, trägt leider ebenfalls wieder dazu bei, um Leon-Leser anderen Autoren zuzuführen. Wie schon in den früheren Büchern spiegelt das Buch neben der Kritik an Staat und Gesellschaft Italiens (die Donna Leon ja irgendwie dennoch zu gefallen schein, warum lebte sie sonst fast ihr halbes Leben dort) auch wieder von Leons eigenen an Rassismus grenzende Vorurteilen und ihrer Unwilligkeit und Feigheit, diese zu revidieren. Ins Italienische dürfen ihre Bücher nicht übersetzt werden. Zwischenzeitlich dürfte dies ein Gewinn für den italienischen Buchmarkt sein.
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Leon, Brunetti 17
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Larsson, Bis Dein Zorn sich legt Markaris, Kinderfrau
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