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Freitag, 13. April 2012 - 16:46 Uhr
von Beust, Mutproben

Heute ist er 57 Jahre alt geworden: Ole von Beust, der Jurist, der seit über 40 Jahren bei der CDU mitmischt und ab 1993 Vorsitzender deren Bürgerschaftsfraktion und acht Jahre später Erster Bürgermeister in Hamburg war. Durch die „Schill-Affäre“ wurde 2003 seine Homosexualität publik, dennoch holte er im Folgejahr erstmals die absoluten Mehrheit in der Hansestadt. 2007 und 2008 bekleidete er das Amt des Bundesratspräsidenten. Am 25.08.2010 trat er dann überraschend vom Amt des Ersten Bürgermeisters zurück. »Alles hat seine Zeit – das gilt auch für mich.« sagte er dazu. Jetzt hat der charismatische Politiker seine neu gewonnene Freiheit dazu genutzt, seine Erfahrungen und Erkenntnisse in einem Buch zu bündeln. von Beust erzählt von dem, was ihn in seiner Kindheit geprägt hat, beleuchtet die Stationen seiner Karriere und offenbart damit das Dilemma der Konservativen, zu denen er sich mit all seiner Weltoffenheit zählt. So gelingt ihm eine kluge Analyse unserer heutigen Zeit und einer Politik, die mehr und mehr den Themen der Gesellschaft hinterherläuft, anstatt diese selbst zu bestimmen.

Ole von Beust, Mutproben - Ein Plädoyer für Ehrlichkeit und Konsequenz, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 9783579066622, 19,99 €

Sonntag, 1. April 2012 - 17:11 Uhr
Jens, Axel Cäsar Springer

Tilman Jens arbeitet als Buchautor und Journalist unter anderem für die ARD. Seine erfolgreichen Bücher führen immer wieder kontroversen und wichtigen Debatten. Sein Buch "Demenz" über das Schicksal seines berühmten Vaters Walter Jens stand wochenlang auf den Bestseller-Listen. Jetzt hat er sich einen Verleger vorgenommen, der die Deutschen polarisierte. »Enteignet Springer« war eine zentrale Forderungen der 68er-Bewegung. Die Abneigung gegen Springer und die Springer-Presse eint die politische Linke bis heute, die alten Reflexe funktionieren noch immer. In der DDR war er einer der meistgehassten Vertreter des Westens, der DDR immer in Anführungsstrichen gebrauchte, lieber aber SBZ (sowjetisch besetzte Zone) oder "sogennante DDR" verwendete. Auf Springer-Seite wird gerne jede Kritik an dem Gründervater ausgeblendet. Entweder Verdammung oder Heiligsprechung. Tilman Jens porträtiert in seinem Buch einen großen, aber auch zutiefst zerrissenen Menschen. Vor allem aber interessiert Jens, welche Rolle das Feindbild Springer für die Identitätsbildung der 68er und ihrer Gegner spielte. Ein Lehrstück darüber, wie Helden und Bösewichte gemacht werden, und über die deutsche Unfähigkeit, die Ambivalenz großer Persönlichkeiten zu akzeptieren.

Tilman Jens, Axel Cäsar Springer - Ein deutsches Feindbild, Herder Verlag, ISBN 9783451305429, 16,99 €

Dienstag, 20. März 2012 - 18:48 Uhr
Weber-Lamberdière, Beyond El Bulli

Neben zahlreichen neuen, aktuellen Beiträgen zu Ferran Adrià, dem El Bulli, der elBulli-Fundation und Techno-Emphase, enthält das Buch auch die aktualisierte Neuauflage von Die Revolutionen des Ferran Adrià. "Das vorliegende Buch von Manfred Weber-Lamberdière soll helfen, die Haute Cuisine in neuem Licht erscheinen zu lassen und dazu beitragen, dass eben solche Vergleichskriterien für die Haute Cuisine zu finden zukünftig als normal und auch notwendig betrachtet wird. Eben weil in den letzten drei oder vier Jahrzehnten nur wenige kreative Bereiche eine solche Fülle und Vielfalt bewiesen oder eine ähnliche Entwicklung durchgemacht haben wie die Haute Cuisine." schreibt Adria in seinem Vorwort. Lesenswert! Wir machen ein Gewinnspiel in der Buchsektion.

Manfred Weber-Lamberdière, Beyond El Bulli, Kornmayer Verlag, ISBN 3942051231, 14,95 €

Freitag, 17. Februar 2012 - 18:50 Uhr
Baur, Chopin oder Die Sehnsucht

Er galt als Liebling der Salons, doch er war scheu. Er galt als Frauenschwarm, fühlte sich jedoch einsam. Die Leichtigkeit seiner Stücke war hart erarbeitet. Heimweh, Sehnsucht, Melancholie kennzeichnen Chopins Musik und sein Leben. Detailliert und mit großer Empathie porträtiert Eva Gesine Baur den Romantiker par excellence, lässt ihn und seine Zeit lebendig werden und eröffnet einen von Klischees unverstellten Zugang zu Chopin und seiner Musik. Dabei hat sie in ihrer weit ausholenden Biografie deutlich herausgearbeitet, dass das Zusammenspiel von psychosomatischer Hypersensibilität und sehnsuchtsvoller Melancholie sein Leben bestimmt und zur Magie des Tastenvirtuosen beitrug. Zeitgenossen nannten Chopin gelegentlich das "menschliche Klavier". Alles in allem eine glänzend geschriebene Biografie.

Eva Gesine Baur, Chopin oder Die Sehnsucht, dtv, ISBN 9783423347020, 14,90 €

Donnerstag, 8. Dezember 2011 - 10:59 Uhr
Wilcock, Die Autobiografie und das Sexleben des Andy Warhol

John Wilcock, der Gründer der New Yorker Kult-Zeitschrift Village Voice hatte 1969 zusammen mit Andy Warhol das legendäre Interview Magazine ins Leben gerufen und sich auch mit seinen Reisebücher einen Namen gemacht. Sein Bildband enthält exklusives Bildmaterial und ist eine echte Entdeckung, denn "The Autobiography And Sex Life Of Andy Warhol", so der Originaltitel des Buches aus dem Jahr 1971, hatte er zu Lebzeiten von Warhol veröffentlicht. Danach war er nie wieder aufgelegt worden. Der Publizist Christopher Trela war fasziniert von den Interviews in dem Buch und den zahlreichen Fotos und konnte nicht verstehen, warum das Buch über Andy Warhol, den Star der Pop Art, in Vergessenheit geraten war? Der Buchtitel war eine Idee von Warhols Manager Paul Morrissey. Eigentlich war es ja Etikettenschwindel, denn über Warhol wird ausschließlich von anderen berichtet. Trela legte das Buch neu auf, ließ es in bunten "Warhol-Farben" neu gestalten, ergänzte es mit wegweisenden Kunstwerken von Andy Warhol und vielen neuen, teils exklusiven Fotos. So entstand eine einzigartige, umfassende und tiefgehende Biografie des Pop-Provokateurs Andy Warhol, die sich wie ein Puzzle aus Interviews, Fotos und Pop Art-Bildern zusammensetzt.

John Wilcock, Christopher Trela, Die Autobiografie und ndas Sexleben des Andy Warhol, Habnnibal Verlag, ISBN 9783854453628, 39,99 €

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Bego, Elton John Mark Bego, ist erfolgreicher Bestsellerautor für Künstlerbiographien und schrieb unter anderem über Billy Joel, Bette Midler, Aretha Franklin, Michael Jackson und Madonna. Jetzt ist seine neue Biographie über Elton John auf dem Markt. Das Buch liegt dem Autor besonders am Herzen.

 

Hoffmann. Ein Lesebuch Zusammen mit ihrem Mann hat Marion Herzog-Hoinkis in Frankfurt das Heinrich- Hoffmann-Museum und das Struwwelpeter-Museum gegründet und im In- und Ausland eine Vielzahl von Symposien und Ausstellungen zu Hoffmann organisiert und gestaltet.

 

Berlioz, Memorien Die Memoiren des großen französischen Komponisten beginnen mit einer Textstelle, die ihn beeindruckt hat: "Nichts ist das Leben als ein Schatten", zitiert er sagt Macbeth, "ein Märchen ... ein Narr erzählt's, reich nur an leerem Schalle". Da sie auch mit diesen Verweis auf Shakespeares Macbeth schließen, zeigen sie, dass sie keine Bekenntnisse sein wollen, sondern Momentaufnahmen eines gelebten Dramas.

 

Seifert, Tief in Deutschland Claudia Seifert, geboren 1956 in Dresden, aufgewachsen in einem Dorf bei Ludwigshafen, studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in München und arbeitet als Journalistin, Autorin, Herausgeberin, Produzentin und Regisseurin von Dokumentarfilmen

 

Neef, Im Rhythmus der Stille Bei ihrer Geburt verlor die heute 27-jährige Sarah Neef ihr Hörvermögen. Nach einer lautsprachlich geprägten Erziehung bestand sie zunächst ihr Abitur und schloss dann ein Psychologiestudium ab, beides mit Bestnoten. Zugleich gilt ihre Leidenschaft dem Tanzen, das sie professionell betreibt.

 

Mesrine, Der Todestrieb Bis zu seinem Tod 1979 Staatsfeind Nummer eins in Frankreich und Kanada, Algerienkämpfer, Einbrecher und Bankräuber - Mesrine avancierte vom kleinen Gangster aus dem Pariser Milieu zum meistgesuchten Killer.

 

Ramonet, Fidel Castro Der Spanier Ignacio Ramonet war von 1991 bis 2008 Chefredakteur der französischen Monatszeitung »Le Monde diplomatique« und ist Professor für Theorie der audiovisuellen Kommunikation an der Universität Denis Diderot in Paris.


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Axel Brüggemann, Wagners Welt oder Wie Deutschland zur Oper wurde, Bärenreiter Verlag, 2006, ISBN 978-3761818398, 19,95 Euro

Brüggemanns Buch führt den Leser im Galopp durch das Wagner'sche und deutsche Musiktheater. Der Wort- und Ideenjongleur setzt dem Wagner-Pathos ein Funken sprühendes Divertimento entgegen. In sechs Kapiteln (Vita und Werk, Töne und Theorien, Leben und Lieben, Ideen und Inszenierungen, Politik und Psychologie, Kult und Kritik, Mythos und Marketing) nimmt er die Leser mit in Wagners Welt - und durch deutsche Geschichte bis zur Gegenwart. Zugegeben, der Chefredakteur des Crescendo nimmt es teilweise mit den historischen Fakten nicht so genau und hat sich dadurch von einigen Fachkollegen schon heftige Kritik anhören müssen, doch gerade bei Wagner, der bis in die heutige Zeit polarisiert und wie kaum ein anderer Komponist ein Lagerdenken hervorruft, darf und muss man eine solche vehemente Kritik erwarten. Nichtsdestotrotz ist Brüggemann ein gut lesbares, flottes Buch gelungen, das in vielen Punkten ein neues Licht auf den Komponisten wirft. Wenn Brüggemann sein Werk mit dem Hinweis endet, Wagner sei "noch immer der bekannteste unbekannte Deutsche", dann hat er damit sicherlich nicht Unrecht.




Brüggemann Wagners Welt


Nagula, Die Perry Rhodan Chronik
Schlöndorff, Licht, Schatten und Bewegung