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Jewgenij Grischkowez, Flüsse, Meridiane - Ammann Verlag, ISBN 3250601381, 18,95 Euro

Mit seinem neuen Buch Flüsse kehrt Jewgenij Grischkowez in die sibirische Kleinstadt zurück, in der er aufgewachsen ist. Skurrile Jagderlebnisse, urbane Legenden und eine Fülle von Kindheitsepisoden ranken sich um die Frage, was den Ich-Erzähler – Alter ego des Autors – eigentlich mit seinem Herkunftsort verbindet. "Immer, wenn ich den Namen unserer Stadt auf der Weltkarte oder gar auf dem Globus fand, fühlte ich mich, als stünde dort etwas über mich persönlich." Doch was da steht, ist nicht so einfach zu entziffern. Denn sein Sibirien hat nur wenig zu tun mit dem Blick von Außenstehenden auf diese vermeintlich exotische Gegend. Nur ein einziges Mal im Leben hat er einen Bären gesehen, allerdings unter solch ungewöhnlichen Umständen, daß ihm keiner glaubt. Die Taiga empfindet er nicht als Sehnsuchtsort voll Weite und Abenteuer, sondern als unheimlichen, mückenverseuchten Urwald. Auf unpathetische und witzige Weise gelingt es Grischkowez in diesem abwechslungsreichen Monolog, die fremde Vertrautheit einzufangen, die wir alle für unsere Heimat empfinden. Es ist ein Jammer, dass der Zürcher Ammann-Verlag in diesem Sommer sein Programm einstellt. In den vergangenen Jahren kamen von dort immer auch interessante Neuentdeckungen auf den deutschen Buchmarkt. Bleibt zu hoffen, dass das Programm an anderer Stelle würdig weitergeführt wird.




Grischkowetz, Flüsse


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Hikmet, Die Namen der Sehnsucht